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Ratgeber Atemwegserkrankungen

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Atemwegserkrankungen
Wissenswertes zu Atemwegserkrankungen

Die häufigsten Erkrankungen, die zu einer Lungentransplantation führen können, sind COPD, Lungenhochdruck, Lungenfibrose und Mukoviszidose. Um eine Lungentransplantation zu erhalten, muss der Patient einige Kriterien erfüllen, z. B. dürfen keine Erkrankungen an anderen Organen vorliegen. Es muss eine gewisse psychische Stabilität vorhanden sein und es sollte eine erfolgreiche Rehabilitation gewährleistet sein. Akute Komplikationen können die Abstoßung des transplantierten Organs und Blutungen oder Infektionen sein. Deshalb werden in den ersten Monaten nach der Transplantation Blutuntersuchungen, Lungenspiegelungen und Lungenfunktionstests durchgeführt. Als chronische Komplikation kann bei Patienten nach einer Lungentransplantation das sog. Bronchiolitis-obliterans-Syndrom (BOS) auftreten.

Wissenswertes zu Atemwegserkrankungen

Wer kommt bei Atemwegserkrankungen für eine Lungentransplantation infrage?

Die wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung, ob bei einem Patienten mit Atemwegserkrankungen eine Lungentransplantation vorgenommen wird, sind:

  • Der Patient hat eine der pulmonalen Atemwegserkrankungen, die mit konservativen, d. h. erhaltenden Maßnahmen nicht zu heilen oder zu verbessern sind.
  • Die Lebenserwartung wird durch die Atemwegserkrankung erheblich eingeschränkt.
  • Es liegen keine wesentlichen Krankheiten an anderen Organen vor, die gegen eine Transplantation sprechen.
  • Altersgrenze: Bei beidseitiger Transplantation: 60 Jahre; bei einseitiger Transplantation: 65 Jahre
  • Das begrenzte Organangebot muss verantwortungsbewusst und optimal für die infrage kommenden Patienten mit Atemwegserkrankungen genutzt werden.
  • Rauchen, Alkoholmissbrauch, Drogenmissbrauch sind Kontraindikationen gegen eine Transplantation bei Atemwegserkrankungen.
  • Es liegt keine Krebserkrankung vor, die nicht mindestens seit fünf Jahren ausgeheilt ist.
  • Der Betroffene hat kein wesentliches Übergewicht oder Untergewicht.
  • Patienten mit Atemwegserkrankungen zeigen psychische Stabilität und hat sozialen Rückhalt.
  • Patienten haben die Motivation, an der eigenen Gesundung aktiv mitzuwirken und gegen Atemwegserkrankungen auch aus eigener Kraft anzukämpfen.
  • Es bestehen ausreichend gute Aussichten auf eine erfolgreiche Rehabilitation.
  • Der Patient macht wegen einer der Atemwegserkrankungen eine Langzeittherapie mit Kortikosteroiden.

Welche akuten Komplikationen können nach der Lungentransplantation bei Atemwegserkrankungen auftreten?

Oft kommt es nach der Lungentransplantation bei Atemwegserkrankungen zu akuten Reaktionen der Abstoßung des fremden Organs. 35 Prozent aller Lungentransplantierten machen mindestens eine solche Phase durch. Es entstehen dabei Entzündungen um die kleinen Blutgefäße in der Lunge. Die Patienten leiden dann unter Mattheit, Fieber, trockenem Husten und Luftnot. Zur Therapie dieser Komplikation nach der Lungentransplantation bei Atemwegserkrankungen werden i. d. R. Kortikosteroide in hohen Dosen verabreicht. Man erhöht auch die Dosis der Immunsuppressiva, also der Medikamente, die die Funktionen des Immunsystems unterdrücken. Auch aufgrund dieser Medikation nach der Lungentransplantation bei Atemwegserkrankungen kommt es häufiger zu Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen.

Manchmal treten Blutungen oder undichte Stellen an den Nahtstellen nach der Lungentransplantation bei Atemwegserkrankungen auf. Ferner sind Probleme mit verengten Atemwegen an den Nahtstellen zwischen Spenderlunge und Bronchien möglich. Dies ist allerdings durch verbesserte Methoden bei der Operation seltener geworden. Regelmäßige Blutuntersuchungen, Lungenfunktionstests und Lungenspiegelungen sind unumgänglich, besonders in den ersten Monaten nach der Operation. Eine Rehabilitation nach der Operation ist unabdingbar.

Welche chronischen Komplikationen können nach der Lungentransplantation auftreten?

Wer wegen einer der möglichen Atemwegserkrankungen lungentransplantiert wurde, ist vor allem einer Gefahr ausgesetzt: dem Bronchiolitis-obliterans-Syndrom (BOS). Dies ist eine chronische Reaktion der Abstoßung des neuen Organs nach der Transplantation bei Atemwegserkrankungen. Das Gewebe der Lunge vernarbt und verhärtet. Aus diesem Grunde nimmt die Funktionsfähigkeit der Lunge wieder ab und die Atemtätigkeit des Patienten verschlechtert sich wieder.

Es ist nicht genau bekannt, warum dieses Syndrom auftritt. Man vermutet, dass operationsbedingte Verletzungen oder Entzündungen einen Risikofaktor darstellen. Auch erhöht sich nachweislich das Risiko, an BOS zu erkranken, wenn man nach der Operation Schadstoffen in der Luft ausgesetzt ist (z. B. wenn man an einer viel befahrenen Straße wohnt.) Leider gibt es noch keine ausreichende Vorsorge oder Behandlungsmöglichkeit. Man versucht meist mit Kortison oder Immunsuppressiva gegen BOS anzugehen.

Fedor Singer

 

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Im Juli 2007 wurde in der pneumologischen Abteilung der Klinik Fallingbostel bundesweit erstmalig eine Station für Patienten neu geschaffen, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung einen höheren Dringlichkeitsstatus auf der Warteliste zur Organtransplantation bei EUROTRANSPLANT erhielten und bis zum Eintreffen eines geeigneten Spenderorganes in einem Akutkrankenhaus behandelt werden mussten.
Im Dezember 2011 erfolgte eine Novellierung des Transplantationsgesetzes mit Einführung des „Lung Allocation Scores“ (kurz LAS), der betreffend der Prognose einer Transplantation eine noch effektivere Verteilung der Spenderorgane gewährleisten soll.
Für Patienten, die einen hohen Punktewert (> 50 Punkte) in dem neuen LAS-System von EUROTRANSPLANT erhalten haben oder die bei einem niedrigeren Wert erschwerende Begleitsymptome aufweisen oder Komplikationen erlitten haben, ist weiterhin auf Empfehlung des Transplantationszentrums eine stationäre Behandlung im Krankenhausbereich der pneumologischen Abteilung unseres Hauses  möglich. Die Dauer und Häufigkeit der stationären Behandlung richtet sich nach der medizinischen Indikation. Dabei können die Patienten nicht nur von einer qualifizierten pneumologischen Akutmedizin profitieren, sondern auch das gesamte Spektrum der medizinischen Trainingstherapie, der Physiotherapie, der Ernährungsphysiologie der psychologischen und – auf Wunsch – seelsorgerischen Betreuung nutzen, wie es in der Klinik Fallingbostel vorgehalten wird, für sich nutzen.
Hier trifft Akutmedizin auf Rehabilitationskompetenz.
Die Unterbringung der Patienten erfolgt auch in der Krankenhausbehandlung in unseren ansprechenden Einzelzimmern mit Duschbad und kann Ihnen helfen, gerade auch bei fortgeschrittener Erkrankung eine optimale Vorbereitung auf die Transplantation durchzuführen.

Der Mensch besitzt 300 bis zu 400 Millionen Lungenbläschen. Diese machen insgesamt eine Oberfläche von etwa 80 bis 120 Quadratmetern aus. Die Lunge gibt uns Luft zum Atmen. Ist dieser Atmungsprozess gestört, kann es zu beschwerlichen Belastungen und Einschränkungen kommen. Der Atmungstrakt des Menschen ist hochempfindlich, aber permanent Schadstoffen, Krankheitserregern und anderen Luftbestandteilen ausgesetzt. Die Ursachen von Erkrankungen der Atemwege lassen sich wie folgt einteilen: Es gibt allergische Reaktionen (wie es meist bei Asthma bronchiale der Fall ist) und Infektionen mit Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen. Ferner treten manchmal toxische Reaktionen auf (die noch einmal genauer unterteilt werden) und die Fibrosierung, eine Entzündungsreaktion auf anorganische Stäube.

Therapie Atemwegserkrankungen

Die Rehabilitation ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Therapie bei Atemwegserkrankungen. Man weiß, dass Patienten mit Atemwegserkrankungen mobilisiert werden müssen und Bewegung brauchen. Die Rehabilitation dient also vorwiegend dem Wiedererstarken der körperlichen Kräfte für den Alltag. Wird eine Lungentransplantation vorgenommen, gibt es jeweils eine Rehabilitation vor und nach der Operation. Am Ende sollen die eigenständige Bewältigung des Alltags und die berufliche Wiedereingliederung stehen. Zu den Therapien bei Atemwegserkrankungen gehören aber auch bestimmte Medikamente, z. B. atemwegserweiternde Wirkstoffe. Auch Entzündungshemmer sind wesentlich. Ferner gibt es noch andere Verfahren zur Therapie, wie z. B. die Atemtherapie, die Patientenschulung oder die Sporttherapie.