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Ratgeber Atemwegserkrankungen

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Atemwegserkrankungen
Therapie von Atemwegserkrankungen

Die Rehabilitation ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Therapie bei Atemwegserkrankungen. Man weiß, dass Patienten mit Atemwegserkrankungen mobilisiert werden müssen und Bewegung brauchen. Die Rehabilitation dient also vorwiegend dem Wiedererstarken der körperlichen Kräfte für den Alltag. Wird eine Lungentransplantation vorgenommen, gibt es jeweils eine Rehabilitation vor und nach der Operation. Am Ende sollen die eigenständige Bewältigung des Alltags und die berufliche Wiedereingliederung stehen. Zu den Therapien bei Atemwegserkrankungen gehören aber auch bestimmte Medikamente, z. B. atemwegserweiternde Wirkstoffe. Auch Entzündungshemmer sind wesentlich. Ferner gibt es noch andere Verfahren zur Therapie, wie z. B. die Atemtherapie, die Patientenschulung oder die Sporttherapie.

Therapie von Atemwegserkrankungen

Die Therapie von Atemwegserkrankungen beinhaltet Medikamente, z. B. bei Bronchitis mit Infektion durch Bakterien. Es gibt zur Therapie bei Atemwegserkrankungen aber auch nicht-medikamentöse Verfahren. In Fällen von z. B. COPD mit erheblichen Einschränkungen kann eine Lungentransplantation erforderlich werden. Hier wird vorher und nachher eine Rehabilitation durchgeführt.

Medikamente zur Therapie bei Atemwegserkrankungen

Viele der atemwegserweiternden Wirkstoffe bei Atemwegserkrankungen werden inhaliert, gelangen also unmittelbar zu den Bronchien und belasten den Körper nur wenig. Die Medikamente zur Therapie von Atemnot bei Atemwegserkrankungen sind entweder kurz wirksam oder lang wirksam. Letztere werden regelmäßig genommen, um Atemnot zu vermeiden. Erstere werden in Notfällen eingesetzt (Notfall-Sprays). Unter den Präparaten gibt es erstens bronchialerweiternde Medikamente (z. B. Beta-Mimetika oder Anticholinergika) und zweitens Entzündungshemmer (z. B. Kortison oder Montelukast).

Ergänzende Verfahren zur Therapie bei Atemwegserkrankungen

Folgendes bietet sich an zur ergänzenden Therapie bei Atemwegserkrankungen:

  • Patientenschulungen zu den Themen:
    • Wirkungsweise der Medikamente und deren richtige Verwendung
    • Entlastende Körperhaltungen
    • Umgang mit der Erkrankung
  • Sole-Inhalation zum besseren Schleimabhusten
  • Training der Atemmuskeln
  • Atemtherapie
  • Klimatherapie (bei Allergien)
  • Entspannungstechniken (z. B. nach Jacobson)
  • Sporttherapie
  • Peak-Flow-Messung

Lungentransplantation zur Therapie bei Atemwegserkrankungen

Wenn dem Patienten durch die Atemwegserkrankung starke Beschwerden und eine erhebliche Einschränkung bei alltäglichen Verrichtungen entstehen und die Prognose ungünstig ist, kommt eine Lungentransplantation infrage. Bei dieser Operation werden entweder ein Lungenflügel oder beide ausgetauscht und durch ein Spenderorgan ersetzt. Die Chirurgen machen einen seitlichen Schnitt vom Schulterblatt bis zum Brustbein. Nachdem der kranke Lungenflügel entfernt worden ist, verbinden sie das Spenderorgan mit den Bronchien, der Lungenschlagader und den Lungenvenen des Betroffenen.

Rehabilitation vor und nach der Lungentransplantation bei Atemwegserkrankungen

Ist die Lungentransplantation zur Therapie bei Atemwegserkrankungen erforderlich, wird vorher (präoperativ) und nachher (postoperativ) eine Rehabilitation vorgenommen. Beides dient dazu, den Transplantationserfolg bei Atemwegserkrankungen zu erreichen und zu verfestigen. Es sollen Folgeerkrankungen vermieden und Infektionsrisiken geschmälert werden.

  • In der präoperativen Rehabilitation werden vor allem Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit im Alltag trainiert. Diese hilft, die Wartezeit besser zu überbrücken, aber auch die anstehenden Belastungen besser zu überstehen. Den Betroffenen wird Wissen über Atemwegserkrankungen und die Therapie vermittelt. Psychische Motivation spielt auch eine Rolle. In dieser Phase werden oft noch alle konservativen Methoden ausgeschöpft, um eine Transplantation vielleicht ganz vermeiden zu können.
  • Die postoperative Rehabilitation will die nun verbesserte Atemleistung noch weiter steigern und die körperliche Belastbarkeit im Alltag stärken. Unter Berücksichtigung medizinischer, psychologischer, sozialer, sporttherapeutischer und alltagsrelevanter Aspekte soll die Lebensqualität insgesamt verbessert werden.

Fedor Singer

18. September 2017
Disease-Management-Programme richten sich speziell an Menschen mit chronischen Erkrankungen wie COPD oder Asthma.
  
13. September 2017
Um die Mobilität und Selbstständigkeit von COPD-Patienten möglichst lange aufrecht zu erhalten, kann eine barrierefreie Wohnung von Vorteil sein.
  
21. August 2017
COPD kann Auswirkungen auf verschiedene Organe im Körper haben und daher mit Folgeerkrankungen wie z. B. Osteoporose einhergehen.
  
15. August 2017
Träger der Rehamaßnahme ist in den meisten Fällen die gesetzliche Rentenversicherung. Bei Kindern kann es auch die gesetzliche Krankenversicherung sein.
  
14. August 2017
Bei akuten Krankheitsverschlechterungen bei COPD kann eine nicht-invasive Beatmungstherapie angezeigt sein.
  
09. August 2017
Symptome wie Husten oder Atemnot sollten bei Kindern sehr ernst genommen werden, da es sich um erste Hinweise für eine Asthmaerkrankung handeln könnte.
  

Die häufigsten Erkrankungen, die zu einer Lungentransplantation führen können, sind COPD, Lungenhochdruck, Lungenfibrose und Mukoviszidose. Um eine Lungentransplantation zu erhalten, muss der Patient einige Kriterien erfüllen, z. B. dürfen keine Erkrankungen an anderen Organen vorliegen. Es muss eine gewisse psychische Stabilität vorhanden sein und es sollte eine erfolgreiche Rehabilitation gewährleistet sein. Akute Komplikationen können die Abstoßung des transplantierten Organs und Blutungen oder Infektionen sein. Deshalb werden in den ersten Monaten nach der Transplantation Blutuntersuchungen, Lungenspiegelungen und Lungenfunktionstests durchgeführt. Als chronische Komplikation kann bei Patienten nach einer Lungentransplantation das sog. Bronchiolitis-obliterans-Syndrom (BOS) auftreten.

Der Mensch besitzt 300 bis zu 400 Millionen Lungenbläschen. Diese machen insgesamt eine Oberfläche von etwa 80 bis 120 Quadratmetern aus. Die Lunge gibt uns Luft zum Atmen. Ist dieser Atmungsprozess gestört, kann es zu beschwerlichen Belastungen und Einschränkungen kommen. Der Atmungstrakt des Menschen ist hochempfindlich, aber permanent Schadstoffen, Krankheitserregern und anderen Luftbestandteilen ausgesetzt. Die Ursachen von Erkrankungen der Atemwege lassen sich wie folgt einteilen: Es gibt allergische Reaktionen (wie es meist bei Asthma bronchiale der Fall ist) und Infektionen mit Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen. Ferner treten manchmal toxische Reaktionen auf (die noch einmal genauer unterteilt werden) und die Fibrosierung, eine Entzündungsreaktion auf anorganische Stäube.

Im Juli 2007 wurde in der pneumologischen Abteilung der Klinik Fallingbostel bundesweit erstmalig eine Station für Patienten neu geschaffen, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung einen höheren Dringlichkeitsstatus auf der Warteliste zur Organtransplantation bei EUROTRANSPLANT erhielten und bis zum Eintreffen eines geeigneten Spenderorganes in einem Akutkrankenhaus behandelt werden mussten.
Im Dezember 2011 erfolgte eine Novellierung des Transplantationsgesetzes mit Einführung des „Lung Allocation Scores“ (kurz LAS), der betreffend der Prognose einer Transplantation eine noch effektivere Verteilung der Spenderorgane gewährleisten soll.
Für Patienten, die einen hohen Punktewert (> 50 Punkte) in dem neuen LAS-System von EUROTRANSPLANT erhalten haben oder die bei einem niedrigeren Wert erschwerende Begleitsymptome aufweisen oder Komplikationen erlitten haben, ist weiterhin auf Empfehlung des Transplantationszentrums eine stationäre Behandlung im Krankenhausbereich der pneumologischen Abteilung unseres Hauses  möglich. Die Dauer und Häufigkeit der stationären Behandlung richtet sich nach der medizinischen Indikation. Dabei können die Patienten nicht nur von einer qualifizierten pneumologischen Akutmedizin profitieren, sondern auch das gesamte Spektrum der medizinischen Trainingstherapie, der Physiotherapie, der Ernährungsphysiologie der psychologischen und – auf Wunsch – seelsorgerischen Betreuung nutzen, wie es in der Klinik Fallingbostel vorgehalten wird, für sich nutzen.
Hier trifft Akutmedizin auf Rehabilitationskompetenz.
Die Unterbringung der Patienten erfolgt auch in der Krankenhausbehandlung in unseren ansprechenden Einzelzimmern mit Duschbad und kann Ihnen helfen, gerade auch bei fortgeschrittener Erkrankung eine optimale Vorbereitung auf die Transplantation durchzuführen.