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Ratgeber Atemwegserkrankungen

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Atemwegserkrankungen
Entstehung von Atemwegserkrankungen

Der Mensch besitzt 300 bis zu 400 Millionen Lungenbläschen. Diese machen insgesamt eine Oberfläche von etwa 80 bis 120 Quadratmetern aus. Die Lunge gibt uns Luft zum Atmen. Ist dieser Atmungsprozess gestört, kann es zu beschwerlichen Belastungen und Einschränkungen kommen. Der Atmungstrakt des Menschen ist hochempfindlich, aber permanent Schadstoffen, Krankheitserregern und anderen Luftbestandteilen ausgesetzt. Die Ursachen von Erkrankungen der Atemwege lassen sich wie folgt einteilen: Es gibt allergische Reaktionen (wie es meist bei Asthma bronchiale der Fall ist) und Infektionen mit Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen. Ferner treten manchmal toxische Reaktionen auf (die noch einmal genauer unterteilt werden) und die Fibrosierung, eine Entzündungsreaktion auf anorganische Stäube.

Entstehung von Atemwegserkrankungen

Die Entstehung von Atemwegserkrankungen ist in Deutschland häufig. Gefährliche Stoffe aus der Luft (Rauch, Krankheitserreger, Schadstoffe etc.) kommen zuerst über die Schleimhäute der Atmungsorgane mit dem Körper in Berührung. Dies gilt vor allem für die Schleimhäute des Mund-Nasen-Raumes, der Bronchien und die Lungenbläschen (Alveolen). Diese Stoffe können unterschiedliche Wirkungen auf den Körper haben. Verschiedene Ursachen können für die Entstehung von Atemwegserkrankungen verantwortlich sein.

Verschiedene Ursachen bei der Entstehung von Atemwegserkrankungen

  • Allergische Reaktionen auf bestimmte Stoffe (hierbei handelt es sich um überschießende Abwehrreaktionen des Immunsystems. Man spricht hier auch von einer autoimmunen Ursache bei der Entstehung von Atemwegserkrankungen).
  • Infektionen mit Erregern von Atemwegserkrankungen (Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze)
  • Toxische Reaktionen (dies sind – vereinfacht ausgedrückt – Vergiftungserscheinungen. Stoffe, die schädlich sind, kommen mit den Atemwegen in Berührung und können dort die Entstehung von Atemwegserkrankungen verursachen).
    Man unterscheidet zwei Varianten:

    • Die deterministische Wirkung bezeichnet die Dosis-Wirkungs-Beziehung. Dies bedeutet, dass ein bestimmter Stoff die Entstehung von Atemwegserkrankungen erzeugen kann. Wenn von diesem Stoff hinreichend große Mengen aufgenommen wurden, verursacht er die Entstehung von Atemwegserkrankungen. Beispiel: Wenn beim Einatmen von Kohlenmonoxid eine bestimmte Dosis überschritten wird, löst dies die Entstehung von Atemwegserkrankungen aus.
    • Die stochastische Wirkung bezeichnet die Dosis-Risiko-Beziehung. In diesem Fall bedeutet der entsprechende Stoff in der eingeatmeten Menge ein Risiko für die Entstehung von Atemwegserkrankungen. Es kann zu der Entstehung von Atemwegserkrankungen kommen, dies ist aber nicht immer der Fall. Beispiel: Raucher haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Atemwegserkrankungen, weil sie Nikotin und andere Schadstoffe einatmen. Manche Raucher bleiben aber auch gesund.
  • Fibrosierung (Entzündungen als Reaktion auf eingeatmete anorganische Stäube)

Zur genaueren Einordnung der Atemwegserkrankungen

Fast alle Atemwegserkrankungen zeigen sich durch Husten, Atemnot und ein Nachlassen der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit. Tabakkonsum (auch Passivrauchen) und Verschmutzung der Luft sind die Hauptursachen für Atemwegserkrankungen. Aber auch Nichtraucher mit schadstoffarmer Luft in der Umgebung können betroffen sein. Um die Atemwegserkrankungen besser zu verstehen, kann man unterscheiden zwischen:

  • Akuten Atemwegserkrankungen (Erkältung, Schnupfen, akute Bronchitis, Lungenentzündung etc.)
  • Chronischen Atemwegserkrankungen (chronische Bronchitis, Asthma, COPD etc.)

Die häufigsten Ursachen von Atemwegserkrankungen

Zu den häufigsten Ursachen von Atemwegserkrankungen zählen:

  • Rauchen (vor allem ursächlich für chronische Bronchitis und COPD)
  • Schadstoffe in der Luft (z. B. in viel befahrenen Stadtgebieten)
  • Schadstoffe am Arbeitsplatz
  • Kontakt zu Reizgasen (z. B. Chlor)
  • Viren und Bakterien (eine Infektion ist bei Kälte, trockener Luft und voll besetzten Räumen wahrscheinlicher)
  • Genetische Faktoren
  • Übergewicht

Fedor Singer

18. September 2017
Disease-Management-Programme richten sich speziell an Menschen mit chronischen Erkrankungen wie COPD oder Asthma.
  
13. September 2017
Um die Mobilität und Selbstständigkeit von COPD-Patienten möglichst lange aufrecht zu erhalten, kann eine barrierefreie Wohnung von Vorteil sein.
  
21. August 2017
COPD kann Auswirkungen auf verschiedene Organe im Körper haben und daher mit Folgeerkrankungen wie z. B. Osteoporose einhergehen.
  
15. August 2017
Träger der Rehamaßnahme ist in den meisten Fällen die gesetzliche Rentenversicherung. Bei Kindern kann es auch die gesetzliche Krankenversicherung sein.
  
14. August 2017
Bei akuten Krankheitsverschlechterungen bei COPD kann eine nicht-invasive Beatmungstherapie angezeigt sein.
  
09. August 2017
Symptome wie Husten oder Atemnot sollten bei Kindern sehr ernst genommen werden, da es sich um erste Hinweise für eine Asthmaerkrankung handeln könnte.
  
Diagnose Atemwegserkrankungen

Die Anamnese (Befragung) des Patienten, das Abklopfen und Abhören des Brustkorbs gehören zu den ersten Schritten der Diagnose von Atemwegserkrankungen. Unterschiedliche Geräusche zeigen an, ob sich z. B. Wasser in der Lunge befindet. Ein pfeifendes Geräusch entsteht z. B. bei Asthma oder einer Bronchitis. Sollte dies nicht ausreichend sein, gibt es zahlreiche sog. bildgebende Verfahren, die dem behandelnden Arzt erlauben, in die Atmungsorgane zu schauen. Bei den endoskopischen Verfahren wird u. a. die Lungenspiegelung (Bronchoskopie) eingesetzt. Ferner kann die Sputum-Diagnostik helfen, also die Laboruntersuchung des beim Husten ausgeworfenen Schleims.

Im Juli 2007 wurde in der pneumologischen Abteilung der Klinik Fallingbostel bundesweit erstmalig eine Station für Patienten neu geschaffen, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung einen höheren Dringlichkeitsstatus auf der Warteliste zur Organtransplantation bei EUROTRANSPLANT erhielten und bis zum Eintreffen eines geeigneten Spenderorganes in einem Akutkrankenhaus behandelt werden mussten.
Im Dezember 2011 erfolgte eine Novellierung des Transplantationsgesetzes mit Einführung des „Lung Allocation Scores“ (kurz LAS), der betreffend der Prognose einer Transplantation eine noch effektivere Verteilung der Spenderorgane gewährleisten soll.
Für Patienten, die einen hohen Punktewert (> 50 Punkte) in dem neuen LAS-System von EUROTRANSPLANT erhalten haben oder die bei einem niedrigeren Wert erschwerende Begleitsymptome aufweisen oder Komplikationen erlitten haben, ist weiterhin auf Empfehlung des Transplantationszentrums eine stationäre Behandlung im Krankenhausbereich der pneumologischen Abteilung unseres Hauses  möglich. Die Dauer und Häufigkeit der stationären Behandlung richtet sich nach der medizinischen Indikation. Dabei können die Patienten nicht nur von einer qualifizierten pneumologischen Akutmedizin profitieren, sondern auch das gesamte Spektrum der medizinischen Trainingstherapie, der Physiotherapie, der Ernährungsphysiologie der psychologischen und – auf Wunsch – seelsorgerischen Betreuung nutzen, wie es in der Klinik Fallingbostel vorgehalten wird, für sich nutzen.
Hier trifft Akutmedizin auf Rehabilitationskompetenz.
Die Unterbringung der Patienten erfolgt auch in der Krankenhausbehandlung in unseren ansprechenden Einzelzimmern mit Duschbad und kann Ihnen helfen, gerade auch bei fortgeschrittener Erkrankung eine optimale Vorbereitung auf die Transplantation durchzuführen.

Therapie Atemwegserkrankungen

Die Rehabilitation ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Therapie bei Atemwegserkrankungen. Man weiß, dass Patienten mit Atemwegserkrankungen mobilisiert werden müssen und Bewegung brauchen. Die Rehabilitation dient also vorwiegend dem Wiedererstarken der körperlichen Kräfte für den Alltag. Wird eine Lungentransplantation vorgenommen, gibt es jeweils eine Rehabilitation vor und nach der Operation. Am Ende sollen die eigenständige Bewältigung des Alltags und die berufliche Wiedereingliederung stehen. Zu den Therapien bei Atemwegserkrankungen gehören aber auch bestimmte Medikamente, z. B. atemwegserweiternde Wirkstoffe. Auch Entzündungshemmer sind wesentlich. Ferner gibt es noch andere Verfahren zur Therapie, wie z. B. die Atemtherapie, die Patientenschulung oder die Sporttherapie.