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Ratgeber Atemwegserkrankungen

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Atemwegserkrankungen
Diagnose von Atemwegserkrankungen

Die Anamnese (Befragung) des Patienten, das Abklopfen und Abhören des Brustkorbs gehören zu den ersten Schritten der Diagnose von Atemwegserkrankungen. Unterschiedliche Geräusche zeigen an, ob sich z. B. Wasser in der Lunge befindet. Ein pfeifendes Geräusch entsteht z. B. bei Asthma oder einer Bronchitis. Sollte dies nicht ausreichend sein, gibt es zahlreiche sog. bildgebende Verfahren, die dem behandelnden Arzt erlauben, in die Atmungsorgane zu schauen. Bei den endoskopischen Verfahren wird u. a. die Lungenspiegelung (Bronchoskopie) eingesetzt. Ferner kann die Sputum-Diagnostik helfen, also die Laboruntersuchung des beim Husten ausgeworfenen Schleims.

Diagnose von Atemwegserkrankungen

Die Diagnose von Atemwegserkrankungen geschieht über eine gründliche Anamnese (Befragung des Patienten) und verschiedene Untersuchungsverfahren.

Anamnese bei der Diagnose von Atemwegserkrankungen

Die Anamnese bei der Diagnose von Atemwegserkrankungen umfasst das erste Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Er befragt den Patienten zu Atemwegserkrankungen in der Familie, um eine erbliche Vorbelastung zu klären. Auch wird er die Krankengeschichte des Patienten mit einbeziehen. Denn es kann sein, dass andere Krankheiten Atemwegserkrankungen begünstigen oder besonders gefährlich machen. Der Arzt kann verminderte Atmung (Hypopnoe) oder gesteigerte Atmung (Tachypnoe) erkennen. Auch die Herzfrequenz wird er beachten. Vor allem jedoch wird er nach Symptomen von Atemwegserkrankungen fragen. Besonders relevant bei der Diagnose von Atemwegserkrankungen sind:

  • Husten
  • Auswurf (Schleim): Grünlicher Schleim deutet auf Bakterien hin, bei Blutbeimischung ist der Schleim bräunlich.)
  • Halsschmerzen, Kratzen im Hals
  • Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Schnupfen
  • Schmerzen im Brustkorb beim Husten
  • Pfeifendes Geräusch beim Atmen
  • Luftnot, Atembeschwerden

Es wird den Arzt für die Diagnose der Atemwegserkrankung interessieren, in welchen Situationen, z. B. bei Belastung, die Beschwerden auftreten. Ferner wird er fragen, ob der Patient raucht oder Allergien hat, ob er oft dichtem Straßenverkehr ausgesetzt ist oder Schadstoffen am Arbeitsplatz. Der Arzt kann Rückschlüsse ziehen aus der Gesichtsfarbe, aus auffälligen Händen und Fingernägeln oder Atemgeräuschen.

Abhören zur Diagnose von Atemwegserkrankungen

Beim Abhören des Brustraumes (Auskultation mit Stethoskop) kann der Arzt Atemgeräusche untersuchen und auf Unregelmäßigkeit oder Nebengeräusche prüfen. Beispiele für Befunde beim Abhören:

  • Lungenödem (Wasser in der Lunge): Rasselndes Geräusch
  • Asthma und Bronchitis: Pfeifendes Geräusch
  • Lungenkollaps (Pneumothorax): Fehlen der Atemgeräusche auf der entsprechenden Seite

Blutuntersuchungen zur Diagnose von Atemwegserkrankungen

Im Labor werden Immun- und Entzündungswerte bestimmt. Die Blutgasanalyse zeigt, ob der Sauerstoffhaushalt bei möglichen Atemwegserkrankungen gestört ist.

Abklopfen zur Diagnose von Atemwegserkrankungen

Beim Abklopfen (Perkussion) klopft der Arzt mit seinen Fingerkuppen den Brustraum ab und beurteilt den Klopfschall. Beispiel: Bei einer normal mit Luft gefüllten Lunge klingt der Schall wie eine Trommel, bei größeren Entzündungen gedämpft. Beim Lungenemphysem klingt er wie auf einer leeren Schachtel.

Weitere Untersuchungen zur Diagnose bei Atemwegserkrankungen

Es kann zur Diagnose von Atemwegserkrankungen eine umfangreiche Allergiediagnostik erfolgen, um herauszufinden, ob Allergien ursächlich sind. Eine Untersuchung des Sputums (Auswurf) kann Anhaltspunkte für eine Infektion geben. Auch hilft die Spirometrie (Lungenfunktionstest) zu prüfen, ob die Lunge richtig arbeitet. Bildgebende Verfahren erlauben dem Arzt bei Atemwegserkrankungen Einblicke in den Atemapparat:

  • Röntgen
  • Computertomografie
  • endoskopische Methoden: Bronchoskopie (Lungenspiegelung), Thorakoskopie (chirurgische Methode, um in den Brustkorb zu sehen) und Mediastinoskopie (Untersuchung des Mittelfellraums)
  • Lungenszintigramm (Darstellung der Blut- und Luftbahnen mit radioaktiven Strahlen)
  • Kernspintomografie (Darstellung der Struktur von Atemorganen)
  • Sonografie (Ultraschall)

Pleurapunktion bei Atemwegserkrankungen

Eine Pleurapunktion ist die Entnahme von Flüssigkeit aus dem Raum zwischen Lungenfell und Rippenfell. Dies kann aber nur erfolgen, wenn sich dort Flüssigkeit befindet. Eine solche Pleurapunktion kann eine diagnostische Funktion haben, um also Material zur weiteren Untersuchung zu finden, oder therapeutischen Charakter, um einen Pleuraerguss zu entlasten.

Fedor Singer

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Therapie Atemwegserkrankungen

Die Rehabilitation ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Therapie bei Atemwegserkrankungen. Man weiß, dass Patienten mit Atemwegserkrankungen mobilisiert werden müssen und Bewegung brauchen. Die Rehabilitation dient also vorwiegend dem Wiedererstarken der körperlichen Kräfte für den Alltag. Wird eine Lungentransplantation vorgenommen, gibt es jeweils eine Rehabilitation vor und nach der Operation. Am Ende sollen die eigenständige Bewältigung des Alltags und die berufliche Wiedereingliederung stehen. Zu den Therapien bei Atemwegserkrankungen gehören aber auch bestimmte Medikamente, z. B. atemwegserweiternde Wirkstoffe. Auch Entzündungshemmer sind wesentlich. Ferner gibt es noch andere Verfahren zur Therapie, wie z. B. die Atemtherapie, die Patientenschulung oder die Sporttherapie.

Im Juli 2007 wurde in der pneumologischen Abteilung der Klinik Fallingbostel bundesweit erstmalig eine Station für Patienten neu geschaffen, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung einen höheren Dringlichkeitsstatus auf der Warteliste zur Organtransplantation bei EUROTRANSPLANT erhielten und bis zum Eintreffen eines geeigneten Spenderorganes in einem Akutkrankenhaus behandelt werden mussten.
Im Dezember 2011 erfolgte eine Novellierung des Transplantationsgesetzes mit Einführung des „Lung Allocation Scores“ (kurz LAS), der betreffend der Prognose einer Transplantation eine noch effektivere Verteilung der Spenderorgane gewährleisten soll.
Für Patienten, die einen hohen Punktewert (> 50 Punkte) in dem neuen LAS-System von EUROTRANSPLANT erhalten haben oder die bei einem niedrigeren Wert erschwerende Begleitsymptome aufweisen oder Komplikationen erlitten haben, ist weiterhin auf Empfehlung des Transplantationszentrums eine stationäre Behandlung im Krankenhausbereich der pneumologischen Abteilung unseres Hauses  möglich. Die Dauer und Häufigkeit der stationären Behandlung richtet sich nach der medizinischen Indikation. Dabei können die Patienten nicht nur von einer qualifizierten pneumologischen Akutmedizin profitieren, sondern auch das gesamte Spektrum der medizinischen Trainingstherapie, der Physiotherapie, der Ernährungsphysiologie der psychologischen und – auf Wunsch – seelsorgerischen Betreuung nutzen, wie es in der Klinik Fallingbostel vorgehalten wird, für sich nutzen.
Hier trifft Akutmedizin auf Rehabilitationskompetenz.
Die Unterbringung der Patienten erfolgt auch in der Krankenhausbehandlung in unseren ansprechenden Einzelzimmern mit Duschbad und kann Ihnen helfen, gerade auch bei fortgeschrittener Erkrankung eine optimale Vorbereitung auf die Transplantation durchzuführen.

Atemwegserkrankungen betreffen entweder die oberen oder die unteren Atemwege. Zu den häufigsten Atemwegserkrankungen zählen: Asthma bronchiale, die chronisch obstruktive Bronchitis (COPD), die akute und die chronische Bronchitis, die Lungenentzündung (Pneumonie) und Lungenkrebs. Husten, Auswurf (Schleim), Luftnot, Atembeschwerden, Halsschmerzen und Heiserkeit sind die Symptome, mit denen sich die meisten Atemwegserkrankungen bemerkbar machen. Auch Schnupfen und Mattheit können auftreten. Es ist entscheidend, ob eine Verengung (Obstruktion) der Atemwege vorliegt. Atemwegserkrankungen kommen häufiger vor, als man denkt. Die überwiegende Zahl der Tumoren in der Lunge ist bösartig. Raucher sind i. d. R. häufiger von Atemwegserkrankungen betroffen als Nichtraucher.