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Asthma
Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, die durch ein ungünstiges Zusammenwirken äußerlicher Faktoren und einer körperlichen Veranlagung entsteht.
Atemwegserkrankungen

Asthma

Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, die durch eine dauerhafte Entzündung und Überempfindlichkeit der Bronchialschleimhäute hervorgerufen wird. Die medizinisch vollständige Bezeichnung lautet Asthma bronchiale, ist aus dem griechischen Sprachgebrauch abgeleitet und kann in etwa mit „Beklemmung“ oder „Keuchen“ übersetzt werden.

Häufigkeit von Asthma

Laut einer Studie der Global Asthma Network Steering Group leiden weltweit etwa 330 Millionen Menschen an Asthma bronchiale. Asthma zählt damit zu den häufigsten Erkrankungen der Welt. Die genauen Ursachen für eine Asthmaerkrankung sind noch nicht abschließend erforscht. Auffällig ist allerdings, dass mehr als 70 Prozent der Asthma-Patienten die Krankheit noch vor dem fünften Lebensjahr entwickeln. Mit bis zu 15 Prozent ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen in Mitteleuropa.

Entstehung von Asthma

Bei Asthma-Patienten besteht eine generelle Entzündungsbereitschaft in den Atemwegen, von der Mediziner vermuten, dass es sich um eine genetische Veranlagung handeln könnte. Kommen zu dieser körperlichen Veranlagung bestimmte, individuell verschiedene Auslösefaktoren, sogenannte Trigger, hinzu, entstehen akute Entzündungen. Bei einer Entzündung der Atemwege schwellen die Schleimhäute an und sorgen für eine hohe Produktion an Schleim und Sekret. Diese zähe Flüssigkeit dient auch bei Infekten und anderen Atemwegserkrankungen als eine Art Träger für Fremdsubstanzen, die über Husten oder eventuell auch Verschlucken aus den Atemwegen befördert werden sollen.

Bei Patienten mit Asthma sorgt die körperliche Überreaktion auf bestimmte Trigger dafür, dass die Schleimproduktion derart hoch ist, dass sich die Flüssigkeit in den Atemwegen sammelt und die Luftzirkulation zunehmend behindert wird. Außerdem verkrampft sich die Muskulatur der Bronchien, was die Atemwege zusätzlich verengt und das Atmen erschwert. Typische Symptome sind deshalb auch hörbare Atemgeräusche sowie starkes Husten bis hin zur Atemnot.

Formen von Asthma

Grundsätzlich entsteht eine Asthmaerkrankung durch ein ungünstiges Zusammenwirken einer körperlichen Veranlagung in Verbindung mit individuellen Triggern, wobei man zwei Arten von Triggern unterscheidet. Diesbezüglich werden auch zwei Formen von Asthma definiert, das allergische und das nicht-allergische Asthma.

Allergisches Asthma

Die häufigste Form ist das allergische Asthma, die sogenannte extrinsische Form. Beim allergischen Asthma sorgen bestimmte Allergene für eine Überreaktion des Immunsystems, was in der Folge zu einem Asthmaanfall führen kann. Allergisches Asthma entsteht meist im Zusammenhang mit anderen atopischen Erkrankungen, wie beispielsweise Heuschnupfen oder Neurodermitis. Typische Trigger bei allergischem Asthma sind Hausstaub, Tierhaare, Pollen oder auch bestimmte Nahrungsmittel.

Für Patienten mit allergischem Asthma ist es bereits ein erster wichtiger Teil der Therapie, die für sich individuellen Auslösefaktoren für einen Asthmaanfall zu erkennen und zukünftig zu meiden. Neben spezifischen Allergietests beim behandelnden Arzt kann ein Asthma-Tagebuch Aufschluss über die individuellen Trigger geben.

Nicht-allergisches Asthma

Das nicht-allergische Asthma, auch intrinsisches Asthma genannt, wird nicht durch Allergene ausgelöst. Die körperliche Veranlagung besteht ebenso wie beim allergischen Asthma, die Trigger sind allerdings häufig Bakterien oder Viren, die einen Infekt auslösen. Die auslösenden Faktoren bei nicht-allergischem Asthma sind meist schwieriger zu meiden. Manche Patienten reagieren bereits auf kalte Luft oder starke Temperaturunterschiede mit asthmatischen Symptomen. Bei anderen begünstigen bestimmte Gerüche, Tabakrauch oder Staub einen Asthmaanfall. Experten vermuten zudem, dass bestimmte psychische Faktoren bei Patienten mit nicht-allergischem Asthma zu Symptomen führen können. Traurigkeit und Ängste zählen ebenso zu den anerkannten Auslösern wie übermäßiger Stress und Spannungszustände.

Sabrina Mandel