Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Atemwegserkrankungen

Informationen für Betroffene und Angehörige
 
 
Atemwegserkrankungen
Was sind Atemwegserkrankungen?

Atemwegserkrankungen betreffen entweder die oberen oder die unteren Atemwege. Zu den häufigsten Atemwegserkrankungen zählen: Asthma bronchiale, die chronisch obstruktive Bronchitis (COPD), die akute und die chronische Bronchitis, die Lungenentzündung (Pneumonie) und Lungenkrebs. Husten, Auswurf (Schleim), Luftnot, Atembeschwerden, Halsschmerzen und Heiserkeit sind die Symptome, mit denen sich die meisten Atemwegserkrankungen bemerkbar machen. Auch Schnupfen und Mattheit können auftreten. Es ist entscheidend, ob eine Verengung (Obstruktion) der Atemwege vorliegt. Atemwegserkrankungen kommen häufiger vor, als man denkt. Die überwiegende Zahl der Tumoren in der Lunge ist bösartig. Raucher sind i. d. R. häufiger von Atemwegserkrankungen betroffen als Nichtraucher.

Der Mensch besitzt 300 bis zu 400 Millionen Lungenbläschen. Diese machen insgesamt eine Oberfläche von etwa 80 bis 120 Quadratmetern aus. Die Lunge gibt uns Luft zum Atmen. Ist dieser Atmungsprozess gestört, kann es zu beschwerlichen Belastungen und Einschränkungen kommen. Der Atmungstrakt des Menschen ist hochempfindlich, aber permanent Schadstoffen, Krankheitserregern und anderen Luftbestandteilen ausgesetzt. Die Ursachen von Erkrankungen der Atemwege lassen sich wie folgt einteilen: Es gibt allergische Reaktionen (wie es meist bei Asthma bronchiale der Fall ist) und Infektionen mit Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen. Ferner treten manchmal toxische Reaktionen auf (die noch einmal genauer unterteilt werden) und die Fibrosierung, eine Entzündungsreaktion auf anorganische Stäube.

Diagnose Atemwegserkrankungen

Die Anamnese (Befragung) des Patienten, das Abklopfen und Abhören des Brustkorbs gehören zu den ersten Schritten der Diagnose von Atemwegserkrankungen. Unterschiedliche Geräusche zeigen an, ob sich z. B. Wasser in der Lunge befindet. Ein pfeifendes Geräusch entsteht z. B. bei Asthma oder einer Bronchitis. Sollte dies nicht ausreichend sein, gibt es zahlreiche sog. bildgebende Verfahren, die dem behandelnden Arzt erlauben, in die Atmungsorgane zu schauen. Bei den endoskopischen Verfahren wird u. a. die Lungenspiegelung (Bronchoskopie) eingesetzt. Ferner kann die Sputum-Diagnostik helfen, also die Laboruntersuchung des beim Husten ausgeworfenen Schleims.

Die häufigsten Erkrankungen, die zu einer Lungentransplantation führen können, sind COPD, Lungenhochdruck, Lungenfibrose und Mukoviszidose. Um eine Lungentransplantation zu erhalten, muss der Patient einige Kriterien erfüllen, z. B. dürfen keine Erkrankungen an anderen Organen vorliegen. Es muss eine gewisse psychische Stabilität vorhanden sein und es sollte eine erfolgreiche Rehabilitation gewährleistet sein. Akute Komplikationen können die Abstoßung des transplantierten Organs und Blutungen oder Infektionen sein. Deshalb werden in den ersten Monaten nach der Transplantation Blutuntersuchungen, Lungenspiegelungen und Lungenfunktionstests durchgeführt. Als chronische Komplikation kann bei Patienten nach einer Lungentransplantation das sog. Bronchiolitis-obliterans-Syndrom (BOS) auftreten.

Was sind Atemwegserkrankungen?

Mit dem Begriff Atemwegserkrankungen werden verschiedene Krankheiten der Organe zusammengefasst, die mit unserer Atmung zu tun haben. Es gibt etwa 30 verschiedene Atemwegserkrankungen, die häufiger auftreten. Hinzu kommen weitere Atemwegserkrankungen, z. B. Infektionen, die in Deutschland kaum oder gar nicht vorkommen. Zu den bekannteren Atemwegserkrankungen zählen die Bronchitis, die Lungenentzündung (Pneumonie), Tuberkulose, Lungenkrebs, COPD, Asthma, Schlafapnoe, Lungenemphysem und Mukoviszidose. Atemwegserkrankungen sind Volkskrankheiten. Schnupfen und Husten gehören für viele zum Alltag, chronische Atemwegserkrankungen sind weit verbreitet. Atemwegserkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen der Welt.

Häufige Symptome von Atemwegserkrankungen

Die häufigsten Symptome von Atemwegserkrankungen sind:

  • Husten
  • Auswurf (Schleim)
  • Luftnot
  • Atembeschwerden
  • Halsschmerzen, Heiserkeit

Atemwegserkrankungen: Asthma bronchiale

Asthma bronchiale zählt zu den häufigsten obstruktiven Atemwegserkrankungen. Hier besteht eine Allergie gegen bestimmte Stoffe oder eine Überempfindlichkeit in Bezug auf Infekte, kalte Luft, Stress etc. Die Ursache dieser Atemwegserkrankung ist meist genetisch. Die Folge ist eine Verengung (Obstruktion) der Bronchien. Diese bringt Anfälle von Atemnot mit sich. Problematisch ist bei Asthma weniger das Luftholen, sondern das Ausatmen. So kann es zu einem Überblähen der Lunge und einem gestörten Transport von Sauerstoff kommen.

Atemwegserkrankungen: chronisch obstruktive Bronchitis oder COPD

Bei der chronisch-obstruktiven Bronchitis, auch COPD genannt, bestehen ähnliche Probleme wie bei Asthma. Ursächlich ist meist das Rauchen. Trifft diese Atemwegserkrankung Nichtraucher, liegt meist ein Mangel von Alpha-1-Antitrypsin vor. Bei COPD kann bei besonders schwerwiegender Ausprägung der Atemwegserkrankung eine Lungentransplantation notwendig werden. Hierbei wird vorher und nachher eine Maßnahme der Rehabilitation vorgenommen.

Atemwegserkrankungen: akute und chronische Bronchitis

Bei der akuten Bronchitis handelt es sich um einen durch Viren oder Bakterien hervorgerufenen Infekt der Bronchien. Zunächst zeigt sich ein quälender, trockener Husten. Dann kommt es zum Auswurf von Schleim. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen und Abgeschlagenheit können sich einstellen. Die Bronchitis ist chronisch, wenn sie für mindestens jeweils drei Monate in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auftritt.

Atemwegserkrankungen: Lungenentzündung (Pneumonie)

Eine Lungenentzündung wird in den meisten Fällen durch eine Infektion des Lungengewebes oder der Lungenbläschen mit Bakterien hervorgerufen. Seltener sind Viren, Parasiten oder Pilze. Auch Schadstoffe, Allergien oder Strahlenbelastung können diesen Typ von Atemwegserkrankungen begünstigen. Zu den Symptomen zählen: Atembeschwerden, erhöhte Temperatur, Schüttelfrost.

Atemwegserkrankungen: Lungenkrebs

Geschwüre in der Lunge sind bei mehr als 90 Prozent der Betroffenen bösartig (Krebs). Sie sind in allen Teilen der Lunge möglich, in den meisten Fällen entwickeln sie sich aber im oberen Lungenbereich. Der Grund besteht darin, dass dieser Teil der Lunge bei der Atmung stärker mit Luftschadstoffen in Berührung kommt.

Fedor Singer

 

26. September 2016
Im Asthma-Forum tauschen sich regelmäßig Betroffene und ihre Angehörigen aus zu Fragen zum Krankheitsbild. Der wenn kennt sich besser aus als die Betroffenen selbst?
  
20. September 2016
Bei vielen Fragen zum Umgang mit der Krankheit sind Betroffene die richtigen Ansprechpartner. Curado bietet daher das Forum für Patienten mit Lungenemphysem und ihre Angehörigen kostenfrei an.
  
19. August 2016
Durch das Screening von Neugeborenen auf Mukoviszidose kann die Diagnose dieser Erkrankung frühzeitig gestellt werden. Dafür wird ein kleiner Tropfen Blut aus der Ferse entnommen.
  
02. August 2016
Bei einer akuten Verschlechterung der Symptome sollte man möglichst Ruhe bewahren und eine das Atmen erleichternde Körperhaltung einnehmen. Darüber hinaus gibt es spezielle Atemtechniken für den Notfall und ein bronchienerweiterndes Spray sollte inhaliert werden.
  
29. Juli 2016
Eine Infektion der Atemwege kann den Verlauf einer bestehenden Lungenerkrankung verschlechtern und die Symptome verstärken. Daher spielt die richtige Vorbeugung eine entscheidende Rolle.
  
28. Juli 2016
Atemphysiotherapiegeräte sind Hilfsmittel für Menschen mit Lungenerkrankungen wie z. B. COPD. Sie sollen u. a. helfen, die Selbstreinigung der Bronchien und die Funktion der Atemhilfsmuskulatur zu verbessern.